Raumklima und Witterung

  • Elektrostatische Aufladung

  • Reaktionen an heissen Kontaktstellen

  • Beginn der Heizungsperiode

Vieles spricht dafür, dass das Auftreten von Fogging mit Substanzen zusammenhängt, die erst in jüngerer Zeit in Baumaterialien, Möbeln und Haushaltsartikeln vorkommen, zum Beispiel Weichmacher und sogenannte schwerflüchtige Substanzen (semivolatile compounds ). Was sich da an den Wänden und manchmal auch an den Möbeln niederlässt, bedeutet nach heutigem Erkenntnisstand kein gesundheitliches Risiko; aber es ist ein Ärgernis, wenn man gerade in eine neue oder frisch gestrichene Wohnung eingezogen ist.


Zur Bildung des schwarzen Staubes an Wänden reichten bereits aus:

  • Staubteilchen in der Raumluft
  • Thermophorese-Effekt

Staubteilchen oder Aerosolteilchen unterliegen der Thermophorese. Das bedeutet, sie bewegen sich durch die Luft aus einem warmen Gebiet in kältere Zonen und scheiden sich dort ab. Das gilt für alle Arten von Schwebeteilchen, die sich in der Raumluft befinden. In einer normalen Wohnung sind das zwischen 1000 und 5000 Teilchen pro Kubikzentimeter. Oberhalb von warmen Heizungen und dicht unter der Zimmerdecke ist der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wand besonders gross, so dass der Effekt dort am deutlichsten ist.

Besonders gross sind Temperaturunterschiede auch an Wärmebrücken. So zeichnen sich z.B. in Aussenwänden ungenügend zur Raumseite hin gedämmte Eisenträger oder andere Metallgegenstände nach einigen Jahren deutlich auf der Wand ab.

Der Effekt tritt bevorzugt im Winter auf, weil dann die Wände besonders kalt und die Heizungen besonders warm sind. Ob der Fogging-Effekt stärker oder schwächer sichtbar ist, hängt von der Nutzung einer Wohnung ab. In besonders warmen und ständig genutzten Wohnungen sollte er deutlicher sein als in seltener genutzten und kühleren Wohnungen. Naturgemäss enthält die Luft von Raucherwohnungen weit mehr Aerosolteilchen als die von Nichtraucherwohnungen. Auch Kerzen und andere offene Feuerquellen erzeugen sehr viele Teilchen und stärkeres Fogging.

Im Grunde ist dieser Effekt schon länger bekannt. Für das verstärkte und veränderte Auftreten (klebrige Ablagerungen statt leicht entfernbarer Staub) seit den 1990er Jahren macht das Umweltbundesamt moderne Baustoffe verantwortlich. Sie sind statt mit leichtflüchtigen Lösungsmitteln oft mit schwerflüchtigen organischen Verbindungen ausgestattet. Dazu kommen Weichmacher in Kunststoffprodukten und eventuell der verstärkte Gebrauch von Öllampen und Kerzen. Diese Stoffe verbinden sich nach der Theorie des UBA mit dem "normalen" Staub in der Raumluft und verursachen so die schwarzen Ablagerungen. So reichen bereits geringe Übersättigungen der Chemikalie aus einem Baustoff aus, zum Beispiel in der Luft über Heizkörpern an der kühleren Wand, um zu einer Kondensation der Chemikalie auf der Partikeloberfläche zu führen (heterogene Kondensation).

Es gibt noch andere Effekte der Staubabscheidung, die auch bei Fogging eine Rolle spielen können. Dazu gehört die elektrische Aufladung von Wandflächen. Elektrostatische Felder scheiden Staubteilchen ab, die elektrisch aufgeladen oder polarisierbar sind. Das trifft für die meisten Aerosolteilchen in der Raumluft zu. Elektrostatische Felder an Wandflächen sind recht selten. Sie treten z.B. an bewegten Gardinen auf oder wenn eine Wand anderweitig gerieben wird.
Ganz drastisch ist die Staubabscheidung auf der Bildröhre älterer Fernsehapparate. Bildröhren neuerer Fernseher oder Computermonitore sind kaum noch aufgeladen. An älteren Bildröhren lässt sich eindeutig nachweisen, dass der Belag aus der Raumluft stammt. Viele Aerosolpartikel sind auf natürliche Weise radioaktiv, weil sie Radon-Zerfallsprodukte tragen. Sie reichern sich auf der Bildröhre so weit an, dass die Radioaktivität leicht me
ssbar ist. Da Fogging vermehrt nach Renovierungen auftreten soll, nimmt man auch schwerflüchtige organische Verbindungen aus Anstrichen und Belägen z. B. von Weichmachern an.

Hinzu kommt auch die Adhäsion, also die Fähigkeit von feuchten Bauteiloberflächen oberflächennah in der Luft schwebenden Staub und andere Partikel "anzusaugen" und zumindest einige Zeit zu binden. Nach der Trocknung wird die Haftwirkung nach und nach aufgehoben, die vorher "festgeklebten" Partikel fallen ab, sofern sie sich nicht mit dem Untergrund verbunden haben.

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